Der "Hohe M e i ss n e r"
Nur 754 m hoch, überragt er seine Umgebung doch gewaltig...........
Er ist berühmt für seine Wiesen, Weiden und Moore und begeistert den Wanderer mit einer Fülle seltener Blumen und Kräuter. Wussten Sie, dass am Meissner der erste Braunkohleabbau Deutschlands betrieben wurde?

Hier erfahren Sie mehr:
„König der Hessischen Berge“ wird der Meissner seiner einmaligen Form und Schönheit wegen genannt. Er ist mit 754 m die höchste und beherrschende Erhebung des nordhessischen Berglandes.
Einheimische sagen im Dialekt: "Wissener" oder wie schon eine Urkunde des Jahres 1195 belegte: „Wissner“, was so viel heißen soll wie „Der Weiße“. Hinweis darauf, dass er sich im Winter sehr oft mit weißer Kappe zeigt, auch wenn im Tal noch kein Schnee liegt. Zur Freude der Wintersportler, die dann in Scharen eintreffen, um zu Rodeln, Abfahrts- oder Langlaufski zu fahren.

1530 tauchte erstmalig in Akten der hessischen Landgrafen die Schreibweise "Meissner" auf. Erst mit der Entdeckung des Meissners durch die deutsche Jugendbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts (1913) kam die Bezeichnung "Hoher Meissner" auf.
Die artenreichen Wälder und blumenreichen Bergwiesen des Meissners sind Lebensraum für eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen. Um dieses Naturerbe zu erhalten, ist auf dem Meissner 1970 ein Naturschutzgebiet ausgewiesen worden, das heute mit einer Fläche von 931 ha das zweitgrößte in Hessen ist. Das Naturschutzgebiet und Teile des Umfeldes sind durch die Flora- Fauna- Habitat- Richtlinie der Europäischen Union geschützt und bilden einen Mosaikstein des Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Zum Schutz der seltenen und gefährdeten Pflanzen und Tiere dürfen die Wege im Naturschutzgebiet nicht verlassen werden. Naturschutz und Erholung verbinden sich im 1962 gegründeten Naturpark Meissner- Kaufunger- Wald, dem der Meissner zugehört.
Wer den Meissner richtig erleben will, muss ihn erwandern. Die schönsten Partien des Meissners und seine Naturdenkmäler wurden durch markierte Rundwanderwege und Loipen erschlossen . Sie führen Wanderer zu herrlichen Aussichtspunkten, die bei klarem Wetter den Harz, die Berge bei Göttingen, den Reinhardswald, sogar die Rhön und das Sauerland erkennen lassen.
Auf schmalen Schneisen durch weite Fichtenwälder erreicht man die höchste Erhebung, die Kasseler Kuppe (754 m). Am Ostrand der Kasseler Kuppe ragt die Wachtsteinwand, wo einst ein Jagdhäuschen der Hessischen Landgrafen, das „Lusthäuschen“ stand. Am Fuß der Wand findet man den sagenhaften Altarstein, der in Kriegszeiten den geflüchteten Menschen aus dem Tal als Altar gedient haben soll.
Einen wunderschönen Rundblick über das Meissnervorland mit seinen malerischen Dörfern und hin zum Eichsfeld hat man von der Kalbe aus (720 m) Das ist eine ausgeprägte Blockhalde mit einer "kahlen Stelle" zu der ein Fußweg hinaufführt. Am Blockmeer der Kalbe ist die Basaltdecke in viele Basaltblöcke zerborsten, die allmählich in die Tiefe bis weit ins Vorland geglitten sind. Davon ist der Name abgeleitet: Der Berg hat "gekalbt", "ausgespuckt". Mit dem Fernglas kann man bei guter Sicht den Brocken im Harz (90 km), oder den Inselsberg (Wartburg) im Thüringer Wald erkennen.
Auf Schusters Rappen unterwegs entdeckt man bekannte und eindrucksvolle Naturdenkmale.
In einer hohen Felswand, die aus fünf- und sechskantigem Säulenbasalt gebildet wird, befindet sich eine Höhle, die „Kitzkammer“ genannt wird. (Frau Holle soll faule und zänkische Mädchen in Katzen verwandelt und in dieser Höhle eingesperrt haben, erzählt die Sage). Die Formationen des Säulenbasaltes stehen im Zusammenhang mit der Entstehung des Meissners:
Vor 140 Mio Jahren wurde im Zuge gewaltiger Bewegungen in der Erdkruste das Gebiet in den deutschen Mittelgebirgen und auch an der Unterwerra und am heutigen Meissner angehoben. Nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe von 30 Mio Jahren. An den Rändern dieser Erhebungen kam es zu gewaltigen Rissen und Grabenbrüchen, die wiederum die im Laufe von Abermillionen Jahren zuvor entstandenen Schichtungen der Erdoberfläche stellenweise stark durcheinander brachten. Stellen wir uns zum einfacheren Verstehen die Erdkruste wie ein Geschiebe von Eisschollen vor, die auf einem See schwimmen. Nur ist dabei das Seewasser das Innere unserer Erde, die ja in größerer Tiefe aus glühender flüssiger Materie besteht.
Der Meissner liegt am Kreuzungspunkt zweier großer Grabenbruchsysteme (denke: Risse im Eis), von denen einer vom Thüringer Wald über Kassel zum Teutoburger Wald zieht und der größere sich vom Mittelmeer über den Oberrheingraben, die Hessische Senke (Wetterau) und den Göttinger Leinetalgraben bis nach Südnorwegen erstreckt. In der Nähe des Kreuzungspunktes dieser beiden Grabensysteme liegt die Kitzkammer im Süden des Meissners.
Im Alttertiär, also nur noch 65 Mio Jahre zurück, müssen wir uns das heutige Meissner-Land als eine flachwellige Scheibe vorstellen, die mehrfach und über große Zeiträume vom Meer überflutet wurde und dann wieder verlandete.
Dort wo heute der Berg ist, befand sich noch vor gut 20 Mio Jahren eine Senke, vielleicht doppelt so groß wie das heutige Meissner-Plateau. In dieser Senke wuchsen in einem tropischen Klima dichte Sumpfwälder und bildeten mächtige Torfschichten. Aus denen bildeten sich in einem ganz langsamen Inkohlungsprozess die Braunkohlenflöze.
In Nordhessen gab es im Jungtertiär, dem Miozän, starke vulkanische Aktivitäten. Im Gebiet des Meissners und Hirschbergs trat zwischen den Kohleflözen der Senke und den darüber liegenden jüngeren Sedimenten vor 12,7 Mio Jahren also 10 Mio Jahre vor Auftauchen des ersten Menschen auf der Erde, in mehreren Abfolgen, zuletz vor ca. 5 Mio Jahren, dünnflüssige Lava aus Spalten oder Verwerfungen aus. Die Hauptaustrittstelle am Meissner lag wahrscheinlich bei der Kitzkammer, was mit ihrer Lage im Schnittpunkt der 2 Grabensysteme zusammenhängt. Von der Kitzkammer aus ergoss sich die glühende Lava in Richtung Nordosten und füllte die vorgefundenen Mulden. So erhielt der Meissner, obwohl er kein typischer Vulkan war, seine Basaltdecke. Die damalige napfförmige Absenkung ist heute noch an Hand der Basaltdecke zu verfolgen.
Die Gliederung in fünf- und mehreckige Säulen zeigt, dass diese Stelle an der Kitzkammer in der Mitte des Lavastromes fächerförmig kristallisierte. Bei schneller Abkühlung entsteht der harte Blaubasalt. Wo dagegen zunächst austretende Lava von immer neuer über längere Zeiträume überströmt wird, erkaltet sie sehr langsam. Bei langsamer Abkühlung entsteht Dolerit, der an der Oberfläche relativ rasch zu Grus verwittern kann und im Straßenbau rasch zu Schäden führt.
Vor etwa 1,5 Mio Jahren, mit Beginn des Quartär, kam es dann zur eigentlichen Entstehung des Meissners.
Kalt- und Warmzeiten wechselten sich ab. Es entstanden Klimabedingungen, die Abtragungsprozesse begünstigten. Wasser, Frost und Wind haben das Land in vielen Hunderttausenden von Jahren gestaltet, sind Steine verwittert, sind Böden, Kies und Fels hinweggeschwemmt worden, sind auftauende Hangböden auf noch gefrorenem Untergrund abgerutscht. Dass der Meissner heute so deutlich sein Umfeld überragt, hat der Berg seinem selbst jetzt noch bis zu 150 m dicken Basaltpanzer zu verdanken. Dadurch widerstand er der jahrmillionenlangen Erosion besser als die nicht vom Basalt überströmten Flächen rundum. Der heutige Berg entstand also dadurch, dass sein Umland zu einem Großteil fortgespült wurde.
Auch das basaltbewehrte Meissner-Plateau schrumpfte im Laufe der Zeit um etwa die Hälfte seiner Ausdehnung, zum Beispiel weil Basaltlagen, die auf weichem Kalk oder Buntsandstein lagerten, vom Rande her unterspült wurden, zerbrachen und hangabwärts rutschten. An den Berghängen entstanden die Blockmeere, die sich, teils von der Erdoberfläche verdeckt, bis zu den Hangfüßen des Meissners ziehen. Ihre Entwicklung dauert auch heute noch an, nur dass wir es durch die langen geologischen Zeiträume mit unseren Sinnen nicht registrieren können. Auf mächtige Basaltblöcke stößt man auch an den Seesteinen.
Der Sockel des Meissners wird aus den Gliedern des Trias (vor 225 Mio J.) gebildet. Der mittlere sowie der obere Buntsandstein haben den größten Anteil daran und weiten sich besonders nach Osten aus. Im Nordwesten bildet der Muschelkalk einen Teil des Untergrundes. Darüber liegt die sogenannte Frielendorfer Gruppe des Tertiärs (vor 65 Mio J.), in der sich auch die Braunkohle befindet.
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Die Vegetationsdecke des Meissners war im Lauf der Zeit vielen Einflüssen ausgesetzt. Die Jahrhunderte lange Nutzung des Berges durch Weidewirtschaft, Bergbau und Holzgewinnung für die Saline in Sooden, sowie Waldglashütten haben das Erscheinungsbild stark verändert. Ursprünglich war der gesamte Meissner mit Buchenwald unterschiedlichster Ausprägung bedeckt. Er war in höheren Lagen mit Bergahorn, Esche und Ulme, in den Ausläufern mit Eiche durchmischt. Die Mischbaumarten konnten sich nur dort gegen die Buche durchsetzen, wo deren Wuchskraft durch zuviel oder zuwenig Wasser oder fehlende Feinbodenauflage (Geröllhalden) gehemmt wurde. Nadelholz kam mit Ausnahme der Eibe nicht vor.
Die von den anliegenden Dörfern betriebene Almwirtschaft und Nutzung der Altbuchen führten bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts zur Auslichtung der Waldbestände des Meissnerplateaus. Übrig blieb eine kahle Hochfläche mit weitläufigen Wiesen und Moorbereichen. Ebenso unbewaldet waren die Triften. Dort entstanden durch Viehtrieb und Erosion bis zu 4 m tiefe Gräben (z.B. oberhalb des Tierparks Germerode). Erste Aufforstungsversuche mit Fichten gab es schon 1790 auf der Ostseite des Meissners. Die alten Fichten beim Frau Holle Teich (1811) sowie Reste eines Pflanzgartens am Altarstein (1818/1823) stammen aus dieser Zeit. Nach dem letzten Viehauftrieb von Germerode (1879) begann man das Plateau systematisch mit Fichte aufzuforsten. Die Fichtenbestände um die Kasseler Hütte aus den Jahren 1880 – 1897 gehören noch zu dieser ersten Waldgeneration.
Seit 20 Jahren versucht man mit hohem Aufwand, Buche und Bergahorn auf das Meißnerplateau zurückzubringen. Das Laubholz wird unter die alten Fichten gepflanzt und wächst in deren Schutz heran (gut zu sehen entlang des Wanderweges südlich der Kasseler Hütte).
Heute stehen im Zentrum des Meissnerplateaus immer noch überwiegend Fichtenforste auf Basalt und Lößlehm. Potentiell natürliche Vegetation wäre dort der Braunerden Buchenwald, der sich auch an den Fichtenforst anschließt. An Steilhängen mit geringer Feinbodenauflage wird er von dem Eschen-Ahorn-Hangschattenwald abgelöst. Der bodensaure, nährstoffärmere Buchenwald ist vorwiegend auf Buntsandstein zu finden, während der Kalkbuchenwald kleinflächig auf Muschelkalk und nährstoffreicheren Böden im Nordosten des Meissners vorkommt.
In der Krautschicht der Bergwälder findet man beispielsweise Märzenbecher (Leucojum vernum, Blütezeit März/April), Gefleckten Aronstab (Arum maculatum, Bz. April/Mai), Mondviole (Lunaria rediviva, Bz. Juni), Bärlauch (Allium ursinum, Bz. Mai) und den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava, Bz. April/Mai).
Die Meissnerwiesen mit ihrem Artenreichtum sind nur noch in Resten erhalten. Sie bestehen aus einem Mosaik von Goldhaferwiesen, Borstgrasrasen, Bergheiden und Kleinseggensümpfen. Seit mehreren Jahren wird auf einigen Wiesen die frühere Weidenutzung, die Wanderschäferei, wieder durchgeführt. Andere Wiesen werden in Anlehnung an die historische Nutzung gemäht, wobei die Blütezeiten von seltenen Arten berücksichtigt werden.
Durch diese Nutzung und Pflege verwandeln sich die Meissnerwiesen von Mai bis Mitte Juli in ein Blütenmeer. Auf der Hausener Hute kommen vor allem Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolie, Bz. Juni), Arnika (Arnica montana, Bz. Juni) und Prachtnelke (Dianthus superbus, Bz. Ab Ende Juni) vor. Die Trollblume (Trollius euroaeus, Bz Mai) findet man vornehmlich auf der Struthwiese und auf den nassen Plateauwiesen konkurriert das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum, Bz Mai) mit dem Wiesenknöterich (Polygonum bistorta, Bz Mai/Juni). Auf dem Weiberhemdmoor hat sich eine der größten Kolonien nordischen Purpurreitgrases (Calamagrostis purpurea) außerhalb Skandinaviens erhalten.
Auch der Tierbestand des Meissners unterlag starken Veränderungen. Landgraf Wilhelm IV. ließ aufgrund des Wildreichtums im 16. Jahrhundert das sogenannte "Lusthäuschen" am Osthang des Meissners als Jagdunterkunft errichten. Zur damaligen Zeit durchstreiften noch Wölfe, Bären und Luchse den Meissnerwald. Auch Rotwild und Wildschweine waren zahlreich vorhanden. Die Schäden in den umliegenden Feldfluren dürften allerdings erheblich gewesen sein. In der Folgezeit wurde der Wildbestand durch landgräflichen Befehl und sicher auch durch Wilderei sehr stark reduziert. Gegen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts waren Rotwild und Rehe nur selten anzutreffen und Wildschweine nur als durchziehendes Wechselwild zu fährten. Auerwild wurde bis 1905 beobachtet und die letzte Wildkatze 1922 am Schwarzwasser erlegt.
Heute sind viele dieser Wildarten wieder auf dem Meissner anzutreffen. Das Rotwild ist Standwild, die Brunft findet auf den Freiflächen des Plateaus statt. Im Herbst kann man von den Parkplätzen entlang der Straße die Brunftrufe der Hirsche hören. Das Rehwild versteckt sich gerne in den Hanglagen. Die Wildschweine sind auf dem ganzen Berg heimisch. Füchse, Dachse, Stein- und Baummarder, Hermeline und viele weitere kleinere Tiere durchstreifen den Wald. Mittlerweile kommen das 1953 am Meissner eingebürgerte Muffelwild (eine Wildschafart aus Korsika) und der Nordamerikanische Waschbär, in den 30er Jahren am Edersee ausgesetzt, wieder vor. Die Wildkatze hat sich erfreulicherweise in einigen Exemplaren wieder eingefunden.
Einige Charakterarten aus der Vogelwelt des Meissners sind Kolkrabe, Wanderfalke, Uhu, Fichtenkreuzschnabel, Buntspecht und Schwarzspecht. Auch der seltene Schwarzstorch ist manchmal zu beobachten und im Frühjahr nistet ein Wanderfalken-Pärchen am Tagebaurestloch, dem extra eine Bruthilfe an der steilen Felsterrasse gebaut wurde.
Aus dem Mittelalter erfahren wir wenig über den Meissner. Vermutlich jedoch gehörte er zum Herrschaftsbereich der Grafen von Bilstein, denn Lehnsleute der Grafen finden sich später auf und um ihn begütert. Den eigentlichen Meissnerwald erbten die hessischen Landgrafen, die darin die Jagd ausübten. Etwa ab 1500 entstanden hier zahlreiche "Rodewiesen". Das Plateau war weitgehend unbewaldet und diente einer Reihe von Dörfern der Umgebung als Viehweide (Hute). Die Huten der Dörfer waren auf bestimmte Flächen begrenzt, trotzdem gab es oft Streitigkeiten. Die Wege des Viehes an den Berghängen (Viehtriften) haben sich bis heute als tiefe Hohlwege im Gelände erhalten.
Die ersten Beschreibungen des Meissners entstammen der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sie enthalten Hinweise auf Wald- und Weidewirtschaft sowie den seit der Mitte des 16. Jahrhunderts praktizierten Kohlebergbau. Mit der Aufteilung der Landgrafschaft Hessen 1627 kam es zu einer Grenzziehung zwischen Hessen-Kassel und der sogen. "Rotenburger Quart". Die Grenze verlief von Norden nach Süden über den Meissner und ihre genaue Festlegung führte zur Entstehung einer Reihe von Karten, die für uns heute eine wichtige Geschichtsquelle darstellen. Die Karten belegen für die Zeit um 1700 die vielfältige Nutzung des Meissners. Außer der erwähnten Wald- und Weidewirtschaft führte der Bergbau zu einer zunehmenden Verkehrserschließung. Mehrere Zweige der "Kohlenstraße" führten zur Saline in Sooden, und die von dort ausgehende Salzstraße berührte den Meissner ebenfalls. Auf der Nordseite erschlossen die Weißenbacher und Frankenhainer "Heuwege" das Plateau.
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Der Braunkohleabbau am Meissner ist mit der älteste in Deutschland. Die Anfänge des Bergbaus am Meissner stehen in engem Zusammenhang mit der Saline in Sooden, da zur Befeuerung der Siedepfannen große Mengen Holz benötigt wurden. Das Wissen um die Meissnerkohle war schon lange vorhanden, als 1560 in einer Quelle am Schwalbenthal Glanzkohlebröckchen gefunden wurden. Dies allerdings veranlasste den Pfarrer Rhenanus aus Allendorf, einige Bürger aus Kassel, Allendorf und Eschwege für einen Bergbauversuch zu interessieren, zumal zu dieser Zeit das Holz zum Salzsieden in Sooden knapp wurde. Es wurde ein ca. 16 m langer Suchstollen vorangetrieben, in dem man aber nur Basaltgeröll fand. Das vornehmliche Problem war damals die Lage der Braunkohleflöze zu orten. Erst 1571 ließ Landgraf Wilhelm IV.(1567-1592) Untersuchungen auf Braunkohleflöze durchführen. 1575 wurde in der Nähe vom Schwalbenthal ein Schacht durch den Basalt gelegt, von dem aus ab 1578 Schwarzkohle abgebaut wurde. Das Jahr 1578 gilt seither als das Geburtsjahr des eigentlichen Bergbaus am Meissner. Anfangs wurde nur die bis zu 2,5 m starke Schicht der sogenannten "Glanzkohlen" oder "Edelkohlen" gefördert, deren Heizwert fast an die Steinkohle heranreicht. Erst ab 1790 wurde auch die normale Braunkohle abgebaut.
Mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts setzte man die relativ tief liegenden Stollen an, die teilweise heute noch vorhanden sind; so am Schwalbenthal den "Schwalbenthaler neuen Erbstollen" und den "Karlsstollen". Bei Bransrode wurden der "Alte Häuser Stollen" und als dessen Ersatz der "Bransröder Stollen" angelegt. Dieser Stollen wurde mit Unterbrechungen bis 1929 betrieben. Außerdem war er mit dem "Friedrichstollen" verbunden, so dass man "unter dem Meissner durchgehen" konnte. Weitere Stollen um das Schwalbenthal, südlich des Schwarzwassers im sog. "Vierbacher Revier" und bei Bransrode sind noch an ihren Halden, Bodenverfärbungen und eingestürzten Eingängen zu erkennen
Der Tiefbau wurde 1888 weitestgehend eingestellt, nur in Bransrode förderte man zeitweise bis 1929 weiter. Nach 369 Jahren kam der Meissner-Bergbau mangels Absatz zum Erliegen. (Der letzte Braunkohle Tiefbau in Deutschland, Zeche Hirschberg bei Epterode, wurde zum Jahresende 2002 eingestellt).
Nach 1945 begann mit dem Verkauf der Bergrechte an ein aus der Lausitz stammendes Unternehmen (Ilse-Bergbau) eine neue Bergbauperiode. Der erste Tagebau begann bei Grebestein- Ost. Der Tagebau Kalbe, bei dem ein besonders mächtiges Flöz angetroffen wurde (30-50 m), wurde seit 1952 betrieben und 1974 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. 1977 verhinderte die Aktion "Rettet den Meissner" mit großer Teilnahme der Bevölkerung die Wiederaufnahme des Tagebaus. Als Überrest ist das Tagebaurestloch mit einem ca. 2 ha großen See erhalten. Es trägt heute den Namen "Kalbesee".

Das Kohleflöz, das etwa auf Höhe des Sees liegt, wurde wegen Brandgefahr übererdet. Braunkohle neigt bei Trocknungsprozessen zur Selbstentzündung, deshalb mussten im historischen Tiefbau viele Stollen zeitweise geschlossen werden. Diese Brände konnten nie gelöscht werden. An der sog. "Stinksteinwand", oberhalb vom Schwalbenthal, schwelt seit über 300 Jahren ein Brand. Je nach Wetterlage ist dies beim Vorbeifahren am Schwalbenthal sogar im Auto wahrzunehmen. Auch an anderen Stellen tritt noch heute heiße Abluft mit einem starken Geruch nach Braunkohleverbrennung hervor.
Nach Schließung der Stollen in Bransrode begann man um 1929 mit dem Basaltabbau. Da der Basaltbruch stellte seinen Betrieb im Jahr 2003 aus wirtschaftlichen Gründen ein.
heute noch gut zu erkennen
Ø Friedrichstollen, Betriebszeit 1734/66-1783, 900 m lang, führt quer durch den ganzen Meissner, weil verbunden mit Bransröder Stollen durch Bremsbahn. Etliche Lichtlöcher. Mitte 100 m Durchmesser Basaltpfropfen,
Ø Reidtstollen, 1595 angelegt, 250 m lang
Ø Hilfsstollen, Betriebszeit 1841-1888, 400 m lang
Ø Schwalbenthaler neuer Erbstollen Betriebszeit 1628-1888, (verlassen 1780-1800), 700 m lang
Ø Karlsstollen, Betriebszeit 1630-1888, 200 m lang (Wetterstollen u Entwässerung für vorigen)
Ø Hassia Stollen, Betriebszeit 1923-1925, 100 m lang
Ø Weißenbacher Stollen, 1875 angelegt, 250 m lang, Wasserstollen
Ø Wilhelmsstollen Betriebszeit 1792-1880, 650 m lang
Ø Bransröder Stollen Betriebszeit 1696 – 1929, (ausgemauert 1826), 400 m lang , 1710= 7 Arbeiter, 1842= 207 Arbeiter
Weitere der ca. 50 Stollen am Meißner:
Reservestollen beim Schwalbenthal, 1571 bis 1845, 300 m
Frau Holle Teich Stollen, 1583, Versuchsstollen
Weißensteiner Stollen, 1584, Versuchsstollen
Laudenbacher Hohl , 1586,("Kohle fiel in die Tiefe"), Wassereinbruch, Versuchsbergbau
Johannesstollen, ca. 1600, 1604 drei Bergleute verschüttet, noch drin, 1614 Kohle
Jakobsstollen, 1609 begonnen, aufgegeben wegen Wasser, 1611, 1612, Versuch
Alter Hausener Stollen 1622, 1624 in Kohle, bis 1700, 110/75 m lang
Vierbacher (Fürbacher) Stollen, 1782 Versuch, 350 m lang
Neuer Stollen bis 1742
Max Bär Stollen, 1945, letzter Tiefbaustollen
Die historische Siedlung Schwalbenthal umfasste ca. 10 Gebäude. Dort lebten und arbeiteten anfangs nur die Beschäftigten der Bergbauverwaltung. Später siedelten sich auch verschiedene Bergbauhandwerker, wie Schmied oder Zimmermann an. Heute sind nur noch das ehemalige Gasthaus Schwalbenthal und das Haus Halde zu sehen. Der Friedhof wurde vom 17. bis 19. Jahrhundert belegt und war nur für die Bergbaubeamten bestimmt.
Basaltsteinbruch Bransrode
Er ist seit 1929 in Betrieb. Bransrode selbst ist eine ehemalige kleine Bergbausiedlung, die 1695 angelegt wurde.
Alter Tränketeich (vor Stinksteinwand an der Straße)
Er wurde für den Bergbau zum Tränken der Grubenhölzer genutzt. Der kleine Teich entstand als Restloch ausgebrannter Braunkohle, die seit über 300 Jahren unterirdisch schwelt und besonders hier (in der Nähe des "Schwalbenthals" als faulig riechender Schwefelgeruch wahrzunehmen ist.
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Wild-romantisch ist der „Frau-Holle-Teich“, um den sich Sagen und Mythen ranken und der Schauplatz des gleichnamigen Märchens der Brüder Grimm ist. Als "Frau Hollen Bad" wurde er schon früh genannt und ist als Wohnsitz der Frau Holle bekannt. Es ist der bedeutendste Verehrungsplatz der Frau Holle, einer weiblichen Muttergottheit, die sich hier zur Mittagszeit sehen lässt. Funde belegen, dass sich Menschen hier schon vor über 2000 Jahren aufgehalten haben. Der Frau Holle-Teich soll das Eingangstor zu Frau Holles Reich sein. Hoffende Mütter sollen früher Blumensträuße in sein Wasser geworfen haben. Die Sage erzählt, dass Kinder von Frau Holle in ihr Reich hinuntergeholt, bewirtet und wieder nach oben gebracht wurden. Wahrscheinlich ist Frau Holle die Verkörperung der Göttermutter Frigga, (Freya), der Ehe, Familie, Herd und Kinder geweiht waren.
Im Frühling ist der Frau-Holle-Teich ein beliebter Laichplatz für Kröten, Frösche und verschiedene Molcharten (Besonderheit: Der Kamm-Molch). Ein bequemer und ein etwas steilerer Weg sind von dort zur Kalbe ausgeschildert. Hinweistafeln deuten an markanten Stellen des Waldlernpfades immer wieder auf bemerkenswerte Naturschönheiten. Der Meissner ist zu allen Jahreszeiten interessant und schön. Er lädt zum entdecken und genießen der Natur ein.
Im Volksglauben ist der Meissner Sitz der Frau Holle. Es gibt heute noch viele Orte, die mit ihrem Namen in Zusammenhang stehen. Der bekannteste ist der Frau Hollen Teich, der erstmals 1641 als "Frau Holle Bad" erwähnt und als Wohnsitz einer weiblichen Naturgottheit ausgewiesen wird. Bodenfunde sowie Sagenüberlieferungen untermauern die These, dass der Frau Hollen Teich schon in vorchristlicher Zeit eine Bedeutung als Kultstätte hatte.
Frau Holle ließ sich hier zur Mittagszeit badend sehen, die Tageszeit weist sie als alte Gottheit und nicht etwa als Gespenst aus, das normalerweise zur Mitternacht erscheint. Hier ist der Eingang zu ihrem unterirdischen Reich.
Zahlreiche andere Orte am Meissner haben ihren Bezug zu Frau Holle freilich erst auf literarischem Wege in der Zeit der Romantik erhalten. Die Zeit des "Dritten Reiches" fügte noch manchen Unsinn hinzu: So wurde z.B. aus einem Pflanzgarten des 19. Jahrhunderts eine germanische Arena, aus einem Rastplatz für Waldarbeiter eine Gerichtsstätte (südöstlich des Pflanzgartens) und vieles mehr. Flurnamen wurden gewaltsam auf Frau Holle bezogen, so dass es heutzutage schwer fällt, alte Volksüberlieferungen von neueren Zutaten zu trennen, die teilweise auch schon wieder zweihundert Jahre alt sind. Es ist beispielsweise unklar, ob Orte wie die "Badestube" am Westhang des Meissners, der "Altarstein" am Osthang oder der "Frauhollenstuhl" auf der Morgengabe am Südhang eine alte Überlieferung besitzen. Auffällig ist dabei die Analogie Frau Hollen Teich/ Osten/ Sonnenaufgang/ Geburt gegenüber der Badestube / Westen/ Sonnenuntergang/ Tod.
Der Sagenkreis um Frau Holle wurde besonders durch die hessischen Märchen und Sagen der Brüder Grimm bekannt.
Es handelt sich um zwei Basaltfelsen, die nebeneinander gelehnt eine Art Stuhl ergeben. Hier soll Frau Holle gesessen und die Wiese "Morgengabe" betrachtet haben. Wer sich auf diesen Stuhl setzt, wird gesund, behauptet der Volksmund.
Sie war ehemals eine feuchte Wiese, die zu einem Waschplatz für Vieh umgestaltet wurde. Die Sage berichtet, dass Frau Holle hier nach ihrem Umritt zusammen mit der wilden Jagd, angeführt von Wettergott Wotan, wieder in ihr unterirdisches Reich zurückkehrte.
Kasseler Stein, Er wurde 1823 gesetzt. 748 m über NN. (unweit Kasseler Kuppe)
Trigonometrischer Punkt, 750,2 m über NN (nordöstlich Kasseler. Kuppe)
Er geht auf königlich preußische Landes-Aufnahme von 1878 zurück. Der Höchste Punkt des Meissners wird oft mit 753,6 m über NN angegeben. Der Grund hierfür ist, dass die Höhe über NN am trigonometrischen Punkt 750,2 m beträgt und die Messsäule 3,4 m hoch ist.
Die Rundwege beginnen und enden stets an einem Parkplatz bzw. in einer Ortschaft und führen dorthin zurück.
Rundweg 1, auf 2,7 km (625-710m) „um die Hausener Hute“. Er beginnt am Parkplatz des Berggasthauses „Hoher Meissner“. Der Weg führt um eine der letzten und schönsten Bergwiesen des Meissners, die als flächenhaftes Naturdenkmal geschützt ist.
Rundwanderweg 1: 5,3 km, Schwalbenthal, Abzweig zur Kalbe möglich, Frau-Holle-Teich, Homburgslinde, Jugenddorf
Während des 30-jährigen Krieges flohen die Einwohner von Frankershausen mehrmals für längere Zeit in die Meissnerwälder, um das nackte Leben zu retten. Der Sage nach sollen sie am Altarstein Gottesdienste abgehalten haben. Das Kirchenbuch verzeichnet aus dieser schweren Zeit unter den Konfirmationen: „1635 wegen der Flucht niemand“.
Der „Altarstein“ ist ein Kultstein, der nördlich des Frau-Holle-Teiches am Wanderweg liegt. Es ist ein unbearbeiteter unscheinbarer Basaltstein mit oberen und seitlichen geraden Flächen, der keine Beschriftung trägt. 130 x 140 x 80 cm.
Von Nord nach Süd verlief von 1627 bis 1834 die Grenze zwischen Hessen-Kassel und der sogen. "Rotenburger Quart", einem von der Landgrafschaft Hessen-Kassel abgetrennten Landesteil. Inschriften: "HC" (Hessen- Cassel) bzw. "HR" (Hessen- Rotenburg); die Steine wurden 1739/40 nach langen Verhandlungen aufgestellt. Etliche Steine sind heute noch zu sehen.
Anlässlich der Jahrhundertfeier der Befreiungskriege trafen sich abseits der offiziellen Feiern 2000 Jugendliche und legten die sogenannte "Meissnerformel" ab: "...nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben zu gestalten." Ein Gedenkstein und eine Tafel aus 2003 erinnern auf der Hausener Hute an dieses Treffen der Jugend. Der Meissner wurde von den Bünden zum "Hohen Meissner" gekürt.
Gesetzt 1952 im Gedenken an Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852)
Er wurde 1877 gesetzt und diente bei der Vermessung des Meissners durch die königlich preußische Landesaufnahme als Messpunkt.
Christian Ludwig Gerling (1799-1864) war Vermessungsbeamter. Der Stein wurde 1823 gesetzt und war die Grundlage für die Vermessung des Kurfürstentums Hessen. 1980 wurde er vom Landesvermessungsamt entfernt, weil er beschädigt war und für Vermessungen nicht mehr genutzt werden konnte. Ein Gedenkstein steht nahe der "Kasseler Hütte" und im Winter führt die gespurte Langlaufloipe hier vorbei.
Ehrenmal für die Gefallenen des Forstamtes Meißner im 2. Weltkrieg. Forstmeister Klaus Lüdersen war Leiter des Forstamtes und ist 1939 vor Warschau gefallen.
Zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege, Gebiet Seesteine.
Er war Leiter des Forstamtes Meissner, das 1974 aufgelöst wurde.
Eitel O. Höhne (1922-1998) war Landrat des Werra-Meissner-Kreises und setzte sich 1977 besonders gegen einen weiteren Tageabbau der Meissnerkohle an der Kalbe ein. Der Stein steht auf dem Plateau unterhalb der Kalbe und oberhalb des Tagebau- Restlochsees.
Plättstein (Blitzstein)
Der Stein wurde vor 1694 gesetzt. Die Bezeichnung Plättstein ist im hochdeutschen der Blitzstein und lässt vermuten, dass dort ein Mensch durch Blitzschlag getötet wurde.
Ehemalige Baumschulen:
Samengarten (1812)
Pflanzgarten (1818-1823) (noch zu sehen: Steinwälle Richtung Altarstein)
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Beliebtes Ausflugs Gasthaus mit Cafe u. Restaurant, gute regionale Küche und "Wild und Lamm Naturpark-Küche", Hausschlachtung und selbstgebackener Kuchen, Ideal auch für Feiern. Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag 12 bis 18 Uhr und nach Absprache. Verpflegung der Bewohner des Jugenddorfes.
Tel. 05651/749-110, Fax 05657/749-111 Eigenbetrieb Jugend- Freizeit- Bildung Werra-Meissner-Kreis, Kochsberg 1, D-37276 Meinhard. E-Mail: europa@nordhessen-online.de ; Internet: www.jugendeinrichtungen-wmk.de
Die Freizeit- und Bildungsstätte "Jugenddorf Hoher Meissner" liegt nahe des Werratales in einer der abwechslungs- und waldreichsten Mittelgebirgslandschaften Hessens. Das Jugenddorf ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Freizeit-Aktivitäten. Neben Wanderungen im "Reich der Frau Holle" sind nahegelegene Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder mit dem Bus leicht zu erreichen. Gut ausgeschilderte Rundwanderwege führen Sie zum Wildpark Germerode und zur romanischen Klosterkirche, zu den "Wacholderheiden" mit den Kripp- und Hielöchern nach Frankershausen, zum Besucherbergwerk "Grube Gustav" in Abterode oder den alten Bergwerkstollen auf dem Meissner und auf den Waldlernpfad bei dem Frau-Holle-Teich.
Der König der nordhessischen Berge kann vom Jugenddorf aus mit seiner gesamten Vielfalt an Natur und Geschichte erwandert werden. Für Ihr leibliches Wohl im Jugenddorf sorgt auch die Gaststätte "Zum Kupferbach". Leckere Köstlichkeiten, insbesondere Wildspezialitäten aus heimischer Jagd erwarten Sie. Telefon: 05657-1032.
Freizeitheim für Schulklassen, Jugendgruppen, Kindergärten, Vereine, Wandergruppen, Chöre, Musiker, und Familien, Tagungen, Weiterbildung, für alle die Lust haben, in unserer herrlichen, naturnah gelegenen Einrichtung den Meissner und seine Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen und zu genießen. Wochen- und Wochenend- Seminare, Lehrgänge für Jugendarbeit u. –bildung Ganzjährig geöffnet . 55 Betten. Gäste von 1 bis 99 Jahren willkommen. Die Einrichtung wurde in den vergangenen Jahren grundlegend umgebaut, modernisiert und großzügig gestaltet. Das Dorf bietet die einmalige Gelegenheit Unterricht und Freizeit effektiv zu verbinden.Anfrage nach freien Belegungszeiten unter 05651- 749 - 110.
Folgende Themenschwerpunkte können vor Ort in der Praxis behandelt werden:
Tel. 05602/ 6374, Fax 05602/ 70816
Einrichtung der Umweltbildung für Schulklassen und Jugendgruppen, Waldeinsatz mit dem Förster, Projektarbeiten zum Thema Wald, Wanderungen zu verschiedenen Themen. Geöffnet von März bis Mitte November, Tageswanderungen auch in der Winterpause.
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Ehemalige militärische Stützpunkte
Melone (Nähe Kasseler Kuppe)
Die Melone war eine Nachtjägerleitstation (Fluglotsenstellung), die Flugzeuge lokalisierte und die Nachtjäger, die nur kurze Zeit in der Luft bleiben konnten, über sehr weite Entfernungen zu ihnen lotste. Sie wurde am 19.8.1943 von der deutschen Armee in Betrieb genommen. Es gab mehr als 10 Gebäude, unterschiedliche Radartürme und zeitweise waren dort bis zu 150 Personen beschäftigt. Am 1.4.1945 wurde sie von den Amerikanern übernommen und nach nur kurzer Nutzung abgebaut.
Cola-Dose (Nähe Kalbe)
Ein Gebäude mit kleinem Turm, wurde durch das amerikanische Militär 1953 gebaut, eine weitere Abhöranlage in Baracken, nachdem sie zuvor eine mobile Abhöranlage auf dem Meissner betrieben hatten..Sie wurde vom Bundesnachrichtendienst betrieben, um den Funkverkehr zwischen den Warschauer Paktstaaten (u.a. Moskau und Ost-Berlin) abzuhören. In der damaligen Zeit des "kalten Krieges" waren die Gebäude offiziell als Bundesamt für Fernmeldestatistik getarnt. Die Gebäude wurden im Dezember 1995 abgerissen.
ELOKA- Turm, Militärischer Stützpunkt (Nähe Stinksteinwand)
Die Gebäude wurden von der Bundeswehr, der Fernmeldekompanie 947, zur elektronischen Kampfaufklärung genutzt. Durch Funkpeilung wurden die "gegnerischen Stellungen" im Osten geortet und der militärische Funkverkehr abgehört. Zeitweise waren dort bis zu 200 Personen beschäftigt. Eiin ca. 80 m hoher Turm entstand in den 70er Jahren. Durchmesser 8,3 m. Der Stützpunkt wurde 1992 aufgelöst und 1998 begann man damit die Anlage abzubauen. Abgerissen am 8. 11. 2002. (Geplant für 1999) Zweitausend Tonnen Beton gingen 14.30 Uhr, durch 35 Kilo Sprengstoff zu Boden. Der Turm krachte so vehement in sein schlammiges 105 m langes Fallbett, dass Gesteinsbrocken einen Container in 100 Meter Entfernung demolierten. 29 Jahre nach dem ersten Spatenstich verschwand mit dem Eloka- Turm - der Name steht für Elektronische Kampfführung - das letzte Relikt des "Kalten Krieges" in unserer Region. Was bleibt ist das Fundament, ein 668,25 Kubikmeter Betonklotz, dessen Kosten für den Ausbau in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würden. Der mineralische Bauschutt aus dem Abbruch des dreigeschossigen Basisgebäudes verbleibt auf dem Gelände. Die Gesamtkosten für den Abriss werden vom Staatsbauamt Bad Hersfeld mit rund Sechshunderttausend Euro beziffert.
Die Ära begann mit dem Einmarsch der Roten Armee in die damalige Tschechoslowakei. Die Aktivitäten der Russen in der CSSR ließen auch die Bundeswehr nicht ruhen, wurden entlang der Grenze zur DDR statt der bis dahin genutzten mobilen Antennenanlagen drei Türme für das Heer zur elektronischen Kampfführung errichtet. Der geografisch gesehen mittlere Turm entstand in der Zeit von Juli 1973 bis 1997 und diente der Überwachung des militärischen Funkverkehrs (als "Horchohr") bis weit hinter die damaligen Grenzlinien.
Um den 80 m hohen Betonturm wurde ein zweigeschossiges Basisgebäude errichtet, im Erdgeschoss mit Sozial- und Technikräumen, im ersten Geschoss mit Überwachungsräumen. Über dem ersten Drittel des Turmes wurde eine umlaufende, zwei Meter auskragende Stahlbetonplattform gebaut, deren Außenwände aus PU-Schaum hergestellt waren. Dieses Radom beherbergte die Antennenanlage. Darüber war eine weitere Stahlträgerkonstruktion mit Kunststoffhülle, ebenfalls bestückt mit Antennen montiert, die nur nach Osten ausgerichtet war. Dies ergab den sog. Zwillingsturm. Das Basisgebäude wurde um ein drittes Geschoss aufgestockt, Ende der 80 er Jahre wurden die Arbeitsräume noch gegen Hochfrequenzstrahlen abgeschirmt und Fenster mit entsprechender Abschirmung eingebaut. Noch vor dem Abschluss dieser Arbeiten kam am 9. November 1989 die Wende mit dem Fall der Mauer und machte den Turm auf dem Hohen Meissner für die Bundeswehr nutzlos. Im Oktober 1992 stellte die Bundeswehr die Arbeit ein. Eine anderweitige Nutzung scheiterte an den Unterhaltungskosten und der Lage im Naturschutzgebiet.
Camp Freya (Zwischen Sender und Skilift)
Wurde 1937/38 als Flugwetterstation gebaut. Die Wettermessungen wurden vor allem für den damaligen Flugplatz in Eschwege durchgeführt. Ab 1945 wurden die Gebäude von den Amerikanern, später von der Bundeswehr und zuletzt wieder von den Amerikanern (vor allem als Kaserne) genutzt. 1992 verließen alle amerikanischen Truppen den Meissner und 1998 wurden die Gebäude abgerissen.
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Ansprechpartner für geführte Wanderungen am Meissner und in den Wacholderheiden "Kripp- und Hielöcher und "Bühlchen" und anderen Gebieten ist Naturpark Meissner- Kaufunger Wald und Hessen- Forst : Hanna Wallbraun, (05651-95 21 25) und Geschäftsführer des Naturparks, Forstamtsrat Marco Lenarduzzi (05657/ 913 418) Infos unter: http://www.naturparkmeissner.de
e-Mail: info@naturparkmeissner.de
Sehr empfehlenswert ist ein Ausflug zum Besucherbergwerk Grube Gustav bei Abterode (montags geschlossen) und zum Tierpark Germerode, mit dem Holzlabyrinth und großem Spielplatz eine besondere Attraktion auch für Kinder (montags geschlossen).
Dieser Text wurde weitgehend der Wanderkarte Hoher Meissner entnommen. Herausgeber Regionalnetz e.V., Alter Bahnhof, 37269 Eschwege,
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